Puno und Lago Titicaca

Puno und der Titikaka See

Nach den 2300 Höhenmetern von Arequipa ging es für uns als nächstes dann auf 3800 Höhenmeter nach Puno. Man muss wirklich sagen, dass wir den Unterschied deutlich gespürt haben. In den ersten Tagen dort war selbst das Treppensteigen unglaublich anstrengend und wir haben uns danach jedes mal gefühlt, als wären wir gerannt. Abgesehen von den Höhenunterschieden war Puno als Stadt auch sehr unterschiedlich zu Arequipa. Puno ist relativ klein im Vergleich, die Altstadt bestand nur aus ein paar Straßen und der Plaza de Armas war leider gerade eingezäunt, da er umgebaut wird. In der Stadt selbst kann man eigentlich nicht viel machen, die meisten Touristen sind nur für Ausflüge auf den Titicaca See da. Wir hatten allerdings das große Glück zum richtigen Zeitpunkt in der Stadt zu sein.
Puno ist die Hauptstadt des Folklore in Peru, außerdem wird hier genauso wie in ganz Südamerika Karneval sehr groß gefeiert und ausgerechnet als wir da waren, fand der erste Umzug statt. Das bedeutete in der Realität, dass zwölf Stunden (ja wirklich zwölf Stunden, von 11 oder 12 wir wissen es nicht genau, bis 24 oder 2 Uhr nachts) lang ein Umzug durch die Stadt stattfand. Ununterbrochen lief eine Gruppe hinter der nächsten. Die Gruppen bestanden jeweils aus Fahnenträgern, dann vielen TänzerInnen und zwischendurch kamen dann noch Blasorchester oder Panflötengruppen. Jede Gruppe hatte ein anderes Kostüm an, das aber ähnliche Bestandteile hatte. So sahen wir viele Dreizacken, Masken von Inkagöttern und dem Teufel (was es mit dem Teufel auf sich hat, haben wir leider nicht herausgefunden), Schuhe mit unglaublich vielen Glocken, weite Röcke, viele Frauen in schwarzen Minikleidern und Männer in Anzügen mit Cowboyhüten. Die führten dann immer verschiedene Tänze auf, die durch Trillerpfeifen koordiniert und von Schlachtrufen begleitet wurden. Leider kann ich hier keine Videos sondern nur Fotos einfügen, aber das Ganze war ein unglaubliches spektakel.

Tänzer mit Masken und dahinter eine der Marching bands

Da das eigentliche Highlight von Puno der See ist, haben wir uns am nächsten Tag dann darauf begeben. Der Titikaka See ist der größte See auf einer solchen Höhe und eine natürliche Grenze zwischen Bolivien und Peru. Das eigentlich Besondere an ihm sind aber die Islas de los Uros. Das ist ein Volk, dass immer noch unter sich, mit einer eigenen Sprache und Tradition auf schwimmenden Inseln lebt. Die Inseln bestehen aus einer besonderen Art Stroh (totora) die im See wächst. Die Wurzeln des Strohs sind etwa 1 Meter dick und schwimmen im Wasser, die einzelnen Wurzeln werden zusammengebunden damit sie große Flächen bilden und auf sie wird eine Meter hohe Strohschicht gelegt, die regelmäßig ausgetauscht werden muss, da das Stroh verfault. Damit die Inseln nicht frei umherschwimmen sind sie mit Ankern befestigt. Insgesamt gibt es etwa 60 dieser Inseln und auf jeder wohnen 4-10 Familien in kleinen Strohhütten. Ursprünglich hat das Volk der Uros auf Booten gelebt und sind die ganze Zeit umhergefahren und haben gefischt, durch eine Initiative der Regierung haben sie aber Ende des 1900 angefangen diese Inseln zu bauen, um ihr selbstständiges Leben durch Tourismus zu finanzieren.

Miniversion einer Insel: zu sehen sind die Wurzel, das frische Stroh, zwei Häuser mit Boot und eine Küche

Und so sind auch wir auf eine der Inseln gefahren um das Leben der Uros kennenzulernen. Die Inseln kann man nur mit einer Tour besuchen. Die einzelnen Schiffe werden dann Inseln zugeteilt, immer abwechselnd, damit jeder Geld verdient und auch Ruhetage hat. Auf der Insel wurde uns erklärt wie die Inseln entstanden sind, was ihr Volk so ausmacht und dann wurde uns in Gruppen von Familien ihre Häuser und Handarbeiten gezeigt. Zum Ende hin konnten wir noch mit einem ihrer traditionellen Schiffe zur Hauptinsel fahren (die ist ein bisschen größer und hat einen Supermarkt).
Es war echt spannend einen Einblick in das Leben der Uros zu erhalten, vor allem da die Gemeinschaft völlig unter sich bleibt, ein eigenes Krankenhaus und Schulen hat und einige Inseln auch nicht für Touristen offen sind.

Die Insel die wir besucht haben, in den Hütten die zu sehen sind, lebt jeweils eine Familie (zwischen 3-6 Personen)

Nach den Inseln der Uros ging es weiter auf die Insel Taquile. Diese Insel ist eine der Größten des Sees und dort lebt ebenfalls ein Volk mit eigenen Traditionen. Hier haben wir die Insel angeschaut, Mittag gegessen und ebenfalls etwas über das Volk der Insel gehört. Die Menschen in Taquile leben auch sehr unter sich und entwerfen gerade Konzepte um den startenden Tourismusboom einzudämmen.

Taquile

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