Cartagena

Alte Stadtmauer

Cartagena oder auch die touristischste Stadt Kolumbiens. Weshalb? Wegen ihres wunderschönen alten Stadtzentrums, ihrer Geschichte und den vielen karibischen Inseln in der Nähe. Aber fangen wir eins nach dem anderen an.
In Cartagena waren wir insgesamt eine Woche. Angekommen sind wir perfekt zum Sonnenuntergang und konnten schon von Weitem die vielen Menschen auf der Mauer sehen, wie sie die Sonne über dem Meer untergehen sahen. Der Sonnenuntergang war wirklich jeden Tag ein wunderbares Spektakel. Das alte Stadtzentrum ist von der alten Mauer umschlossen und besteht aus vielen kleinen Straßen, die zum Teil für den Verkehr gesperrt sind. Wir hatten das Glück, das sich unser Hostel genau in der Mitte des Zentrums befand, und wir so nur vor die Tür treten mussten, um am schönsten Teil der Stadt zu sein. Die Häuser im Zentrum sind alle relativ alt, meist zweistöckig und mit Balkonen, alle Wände sind bunt angemalt und die Balkone meistens mit Blumen beschmückt. Ab und zu sieht man dann auch noch eine Kirche, von der es wie immer einige gab, unter ihnen auch eine riesige Kathedrale mit mehreren Türmen, die trotzdem perfekt ins Stadtbild gepasst hat.

Schlendern durch die Straßen der Altstadt

Die ersten beiden Tage haben wir damit verbracht durch die Stadt zu bummeln, Straßen zu erkunden und mehr über die Geschichte der Stadt zu lernen. Cartagena wurde von den Spanien als wichtigster Hafen der Karibik gebaut und genutzt und hat daher auch eine Festung. Denn da Cartagena sehr reich war, hatte es große Probleme mit Piraten aus England und Frankreich. Die Stadt wurde drei oder vier mal erfolgreich angegriffen und verlor nach dem letzten Angriff an Bedeutung. Auf den Inseln vor der Stadt gibt es einige, die dafür bekannt sind, dass Piraten auf ihnen gehaust haben, um von dort Schiffe die nach Cartagena fuhren zu überfallen. Es war schon wirklich verrückt an diesen Inseln vorbeizufahren und sich vorzustellen, dass es vor einigen Jahrhunderten eventuell so aussah wie in Fluch der Karibik.

Eine der bekanntesten Straßen Cartagenas, da dort Schirme aufgespannt wurden um Geld für die Straße zu sammeln

Am Abend des zweiten Tages trafen wir uns noch mit Juan, einem Freund von Frane, bei dem er das letzte Mal in Cartagena geschlafen hatte. Der konnte uns nochmal einige andere Ecken der Stadt zeigen und so entdeckten wir ein Einkaufszentrum, dass von außen absolut unscheinbar aussah, aber innen einen riesigen Runden Saal mit mehreren Stockwerken und Tribünen hatten, in denen es jeden Tag Wasserspiele gibt und wo Events stattfinden.

Das Einkaufszentrum mit Wassershow

An den letzten drei Tagen in Cartagena machten wir Tagesausflüge. So ging es für den ersten zu den Salinas. Einem Salzsee der durch Algen rosa gefärbt wird, was wirklich crazy aussieht. Danach ging es dann weiter zu einem Vulkanbad. Ein Becken in der Nähe eines Vulkanes, das gefüllt mit Schlamm des Vulkans war, der gut für die Haut sein soll. Nachdem wir dort eine halbe Stunde mit unserer Gruppe angestanden hatten und einen Amerikaner-Kolumbianer kennenlernten, der hier gerade als Musiker anfängt, durften auch wir dann baden gehen. Im Schlamm zu sein, war ein super komisches Gefühl. Man hatte nur wenig Kontrolle über seine Körperteile, da es im Schlamm durch seine Konsistenz schwierig war sich zu bewegen. Trotzdem, bzw. deswegen war es ziemlich witzig dort zu baden und sich mit Schlamm einzureiben. Nach dem Schlammbad ging es dann noch für eine Stunde an den Strand, bevor wir in die Stadt zurückkehrten.

Las Salinas

Der zweite Ausflug war für uns ein Strandtag. Wir fuhren für den Tag an den Playa Tranquilo, ein Teilabschnitt des Playa Blanca, der auf der Halbinsel Baru eine Stunde von Cartagena entfernt ist. Der Strand war einfach nur wunderschön und ganz genau so wie man sich die Karibik vorstellt. Türkisblaues Wasser is zum Horizont und super feiner weißer Sand, ein Traum. So verbrachten wir den Tag damit zu schwimmen, uns zu sonnen, zu essen und Fotos zu machen, da wir beide kaum glauben konnten wirklich hier zu sein.

Playa Tranquilo oder auch der Karibiktraum

Am nächsten Tag setzten wir dem Ganzen aber dann noch einen drauf. Denn wir fuhren zum selben Strand, machten dann aber von dort aus eine Bootstour zu den Karibischen Inseln in der Nähe. So ging es erst eine halbe Stunde über das blaue Meer zum Beginn der Inselgruppe Rosario, wo wir dann erstmal im größten Korallenriff Südamerikas schnorcheln gingen. Das war wirklich wunderschön! Die Korallen waren teilweise riesig, wir schwammen abwechselnd nur eine handbreite über ihnen, um dann in ein paar Metern zu sehen, dass hier der Meeresboden mehrere Meter unter uns war und am Abhang tausende Korallen in gelb und braun waren und bunte Fische aller Größen herumschwammen. Leider sind die Bilder hier wieder auf meiner anderen Kamera, weswegen ich sie nicht teilen kann.

Au geht’s zur Bootstour – wie immer waren Schwimmwesten verpflichtend

Nach dem Schnorcheln ging es dann zu einem Schrimps Cocktail – und für uns Bananenchips – zu einer weiteren Insel. Diese Bestand nur aus Ständen die Essen und Getränke anboten, um die Insel herum waren im hüfthohem Wasser kleine Hütten aufgebaut unter denen wir im Wasser standen und unsere Chips genossen, während um uns herum Partyboote ankamen, die den ganzen Tag an der Insel verbrachten und jeder wie wild Bilder machte um diese Erlebnisse festzuhalten.

Im Hintergrund unsere Hütte, im Vordergrund Frane der das Ganze ziemlich cool fand

Nach diesem kleinen Snack ging es dann zur Isla Agua Azul, die ihrem Namen alle Ehre machte. Dort fanden wir den schönsten Strand den wir bisher gesehen hatten. Wunderschönes türkises Wasser und weißer, feiner Sand. Natürlich haben wir die gesamte Zeit dort damit verbracht im Wasser zu schwimmen und uns immer wieder zu fragen, ob wir hier wirklich gerade waren.

Den Abend und gleichzeitig unsere Zeit in Cartagena ließen wir dann mit der letzten großen Aktivität ausklingen. Wir entspannten uns am Playa Tranquilo und warteten gleichzeitig darauf, dass die Sonne unterging. Denn jetzt würden wir mit Plankton schwimmen gehen, und zwar mit leuchtenden. So ging es dann sofort nach Sonnenuntergang in kleinen Booten, nur mit Taschenlampen als Scheinwerfer bewaffnet, zu einer kleinen Bucht in der diese Plankton lebten. Es gibt insgesamt etwa 70 Orte auf dieser Welt an der Leuchtplankton leben. Je nach Wassertemperatur haben diese dann unterschiedliche Farben, in kaltem Wasser rosa, in warmen grün/bläulich. Das Wasser in der Karibik ist sehr warm, da die Sonne untergegangen war, wurde es schnell kälter und so war das Wasser tatsächlich wärmer als die Luft. Mit den Plankton zu schwimmen war ziemlich witzig. Man kann das Leuchten nur im Wasser sehen wenn man sich bewegt. Das Wasser hinter unseren Motorbooten blieb schwarz, aber sobald wir unsere Hände oder Füße im Wasser bewegten, entstand ein mattes grünes Leuchten um uns herum, was schon ziemlich cool war. Die Tourguides hatten professionelle Kameras dabei, mit denen Bilder gemacht werden konnten, auf denen das Leuchten sehr gut zu sehen war, allerdings waren uns die Bilder zu teuer. Wir nutzten die Zeit lieber dazu, mit unseren Händen Kreise im Wasser zu ziehen und uns auf dem Rücken treiben zu lassen und die Sterne anzuschauen, was für ein perfekter letzter Abend an der Karibik.

Sonnenuntergang am Playa Tranquilo

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