
Medellín war unser letzter Stopp auf dieser Reise bevor es in die Hauptstadt ging um zurück zu fliegen. Medellín ist den meisten vor allem durch eine Person bekannt, die von unserer Führerin Voldemort genannt wurde. Natürlich ist die Rede von Pablo Escobar, dem größten und bekanntesten Drogenhändler, den es in Kolumbien jemals gab. Wie sein Spitzname durch unsere Free Walking Tour Führerin zeigt, ist er im Land alles andere als ein gefeierter Held, wie so oft angenommen wird. Denn Pablo hat Geld an Arme verteilt und Häuser gebaut, allerdings um sein Geld zu waschen, und nicht aus allgemeinnützigen Gründen. Während seiner Zeit in Medellín herrschte Angst, man durfte nicht zu nahe an die Fenster gehen, da ständig Schießereien stattfanden und überall wurden Leichen gefunden. Medellín war eine der gefährlichsten Städte der Welt. Umso beeindruckender ist ihr Wandel.

Medellín wurde nach dem Tod von Escobar und durch einen neuen Bürgermeister umstrukturiert und ist jetzt die sicherste Stadt Kolumbiens. Der Bürgermeister ließ Bibliotheken und Schulen in armen Vierteln bauen und versuchte mit Bildung gegen die Kriminalität vorzugehen, mit Erfolg. Heutzutage kann man ohne Bedenken in der Innenstadt umherlaufen, die vor einigen Jahren noch eine der gefährlichsten Gegenden war. Große Plätze die oft für kriminelle Geschäfte genutzt wurden, wurden durch Aktionen wie die von Botero zu beliebten Plätzen. Botero ist einer der bekanntesten zur Zeit lebenden Künstler Kolumbiens, der durch seine unproportionale Kunst bekannt ist. Er kommt aus Medellín und hat der Stadt mehrere Statuen gespendet, die auf einem Platz aufgestellt wurden und so diesen zu einem beliebten Ort in der Stadt machten.
Auch sonst hat sich in der Stadt viel getan. Medellín ist die einzige Stadt Kolumbiens, die eine Metro hat, die ziemlich modern und sauber ist. Die Menschen in der Stadt freuen sich unglaublich über den Tourismus und können es teilweise kaum glauben dass inzwischen Menschen freiwillig hier her kommen.

Ein anderes Vorzeigeviertel wenn es um die Veränderung der Stadt geht, ist die Kommune 13. Dieser Stadtteil war noch vor wenigen Jahren von den Guerillas besetzt und einer der gefährlichsten Orte der Stadt. Heute wurde ebenfalls durch Bildungseinrichtungen und durch Kunst das Viertel zu einem neuen gemacht. Im Viertel sind überall Graffitis zu sehen, die von bekannten Künstlern und Menschen aus dem Viertel gemalt wurden. Die Kommune liegt an einem Berg und wurde mit Rolltreppen ausgestattet, denn vorher hat es etwa eine Stunde gebraucht aus der Stadt nach oben zu gelangen. Durch die Kunst und die Rolltreppen soll das Viertel attraktiver gemacht werden.

Medellín war eine ziemlich schöne Großstadt. Die Stadt hat in der Innenstadt einige schöne Parks und viel zu bieten mit Museen, Theatern und viel Natur um die Stadt herum. Eine der schönsten Gegenden zwei Stunden entfernt von der Stadt und ein beliebtes Wochenendziel ist Guatapé. So sind auch wir für einen Tag in die Region gefahren. Guatape liegt an einem riesigen Stausee von dem man nicht glauben kann, das er künstlich angelegt wurde und 30% des Stroms Kolumbiens erzeugt. Der See ist riesig und bietet viele Möglichkeiten um zu schwimmen, zu segeln oder Jetski zu fahren. Überall gibt es kleine Buchten an denen Hotels gebaut wurden und von Guatape aus kann man viele Touren unternehmen, bei denen man unter anderem auch eine versunkene Stadt und ein zerbombtes Haus von Escobar sehen kann.

In der Nähe der Stadt gibt es ein weiteres Highlight, ein großer Stein der durch ein Erdbeben entstanden ist. Auf den Stein kann man dank 700 Stufen nach oben laufen und die Gegend betrachten, was ziemlich eindrucksvoll ist, da man so eine großen Teil des Sees sehen kann.

Die Stadt Guatape ist ziemlich klein aber unglaublich bunt. Jedes Haus ist in mehreren Farben gestrichen und hat eine Borde die mit einem speziellen Bild bemalt ist, dem Wappen der jeweiligen Familie. Eine Tradition die es nur in Guatape gibt. Die Stadt ist ziemlich touristisch jedes zweite Haus war ein Souvenirladen, aber für einen Tag hat es sich gelohnt herzukommen und so war Guatape ein schöner letzter Ausflug bevor es für uns in den Bus nach Bogota ging.
