Leticia

Eigentlich wollte ich jetzt darüber schreiben, wie wir drei Tage auf dem Amazonas nach Kolumbien gefahren sind. Leider hat das aber nicht so geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben. Als wir in Iquitos angekommen sind, wurde uns gesagt, dass die Schiffe nach Leticia jeden Tag abfahren, allerdings ist das nicht der Fall. Als wir am Hafen nach einem Schiff gesucht haben, wurde uns gesagt, dass das nächste Schiff erst in drei Wochen fährt. Ob das wirklich stimmt, wissen wir nicht, aber unsere Lust, jeden einzelnen Hafen in der Gegend nach einem Schiff abzuklappern war uns zu anstrengend. Also entschieden wir uns dazu, mit dem Schnellboot zufahren und so sind wir innerhalb von 12 Stunden in Leticia angekommen. Leticia liegt in einem Dreiländereck. So hielt unser Schiff in Peru, und wir mussten mit einem kleinen Boot einmal auf die andere Flussseite wo Kolumbien und Brasilien beginnen. Brasilien und Kolumbien haben an dieser Stelle beide eine Stadt, man kann die Grenze zu Fuß überqueren, da es keine Grenzkontrollen gibt. Für unser neues Visum mussten wir in ein kleines Büro am Hafen wo unser Pass für uns gestempelt wurde, der entspannteste Grenzübergang überhaupt.

Das Dreiländereck bildlich dargestellt

Leticia war ein großer Unterschied zu Iquitos. Die Stadt ist wesentlich kleiner und ruhiger, man wurde nicht an jeder Ecke angesprochen und von Tuk tuk Fahrern belästigt, was wir beide entspannend fanden. Man konnte ohne Probleme auch abends durch die Straßen laufen und so entspannten wir an unserem ersten Tag in Leticia hauptsächlich und gingen abends zum Park um das alltägliche Papageienspektakel zu beobachten. Jeden Abend fliegen tausende Papageien (kleine und grüne, weswegen man sie auf Bildern kaum erkennen kann) zum Park um dort die Nacht zu verbringen. Der Lärmpegel den sie veranstalten ist unglaublich und man sieht alle paar Sekunden einen neuen Schwarm ankommen, was schon sehr beeindruckend ist.

Bienvenido a la Isla de los Micos

Am nächsten Tag ging es dann für einen Tagestrip wieder den Amazonas runter. Das Hauptziel dabei war die Isla de los Micos. Eine kleine Insel auf der eine Spezies von kleinen Affen lebt, die absolut nicht menschenscheu sind. Ganz im Gegenteil, die Affen sind von einer zur anderen Person gesprungen und auf uns herumgeklettert. Das Ganze war im ersten Moment etwas erschreckend, dann aber ziemlich witzig, da teilweise vier oder fünf Affen auf einem saßen. Unglaublich süß waren dabei vor allem die Affenbabys die sich die meiste Zeit an den Rücken ihrer Mütter geklammert haben, während diese wie alle anderen Affen wild hin und her sprangen.

Isla de los Micos 2020

Nach der Insel ging es dann zu einem kleinen indigenen Dorf in dem uns einige traditionelle Tänze vorgeführt wurden und in dem es unglaublich schöne Handwerkskunst gab. Nach einem Mittagessen in einem Reservat mit Seerosen (der Nationalblume Kolumbiens) ging es dann zum eigentlichen Hauptziel des Ausfluges Puerto Nariño. Puerto Nariño ist eine kleine Stadt etwa 65km von Leticia entfernt, die wunderschön ist. Sie hat lauter kleine, süße, von Palmen geschmückte Wege, es gibt dort keine Autos und alles ist sehr ruhig. Direkt vor der Stadt gibt es eine kleine Insel durch die sich ein natürlicher See vor der Stadt bildet. In diesem See gibt es ein pinkes Delfin Reservat. Ja richtig gehört es gibt tatsächlich Delfine die pink sind. Diese Art von Delfinen gibt es nur im Amazonas und sie werden erst im laufe ihres Lebens pink. Das heißt dass die ganz jungen Delfine komplett grau sind und dann mit dem Alter pinker werden. Wir hatten das Glück drei Delfine eine Zeit lang beobachten zu können. Pinke Delfine sind sehr inaktiv weswegen man sie kaum aus dem Wasser springen sieht, und so haben wir auch meistens nur ihre grauen Flossen gesehen, aber ein zwei Mal ist einer von ihnen etwas weiter aus dem Wasser gesprungen und man konnte seinen pinken Bauch sehen, was schon sehr surreal war, dass es wirklich ein natürlicherweise pinkes Lebewesen gibt. Auf jeden Fall war dieser Tagesausflug das perfekte Ende für unseren Amazonastrip. Der Amazonas war definitiv einer unser Favoriten auf dieser Reise! Diese Gegend ist durch ihre vielfältige Flora und Fauna einfach so beeindruckend und wer kann schon sagen, dass er auf dem Amazonas von Peru nach Kolumbien gefahren ist?

Ganz schwach kann man links vor dem Boot die Flosse eines Delfins sehen

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