Iquitos

Iquitos war vom ersten Moment an eine völlig andere Welt. Laut, überfüllt und auf den Straßen fuhren keine Autos sondern Mopeds und Tuk tuks. Frane fühlte sich sofort an Asien erinnert und auch das Klima erinnerte daran. Es war die gesamte Zeit unglaublich heiß und feucht. Eigentlich ist dort gerade Regenzeit und es sollte jeden Tag eine Stunde in Strömen regnen, in den acht Tagen in denen wir in der Gegend war, haben wir das aber nur einmal mitbekommen. Da die Stadt Iquitos selbst kaum etwas zu bieten hat, haben wir nachdem wir angekommen sind sofort eine Tour durch den Amazonas gebucht. Und so machten wir uns am nächsten Tag auf, die vier nächsten Tage im Dschungel zu verbringen.

Fahrt auf unserem kleinen Boot, dass uns die Tage durch den Dschungel gefahren hat

Unsere Gruppe bestand aus vier Australiern, uns beiden und unserem Tourguide John. Unsere Gruppe war unglaublich cool und so hatten wir die nächsten vier Tage ziemlich viel Spaß. An unserem ersten Tag fuhren wir mit dem Boot durch verschiedene Flussarme um Affen zu sehen. Im Amazonas gibt es ziemlich viele verschiedene Affenarten und einige konnten wir sogar aus der Nähe bestaunen, da diese nicht sehr scheu waren und ziemlich nah ans Boot kamen. Nach dem wir den Affen eine Weile zugeschaut hatten, fuhren wir weiter um eine Runde im Amazonas zu schwimmen, während in der Nähe ein paar Delfine schwammen.

Affen

Am Abend ging es dann zu einem kleinen Rundgang durch den Dschungel um ein paar nachtaktive Tiere zu sehen. Gefunden haben wir vor allem Spinnen und Frösche, was schon ganz spannend war mal von Nahem zu sehen, vor allem haben wir Tarantulas gefunden (große haarige Spinnen), von denen hatten wir auch ein paar in der Unterkunft. Leider wurden wir auch von den Mücken gefunden, in den vier Tagen wurden wir trotz Mückenspray alle unglaublich zerstochen.

Frösche haben wir in allen verschiedenen Größen gesehen, von Fingernagel klein bis Handgroß

Am nächsten Tag ging es dann vormittags in den Dschungel um etwas über die verschiedenen Pflanzen zu lernen und weitere Affen zu sehen. Es ist unglaublich was für eine Vielzahl an Pflanzen der Amazonas zu bieten hat und was für erstaunliche Fähigkeiten diese haben, so gab es beispielsweise einen Baum dessen Rinde zwischen den Armen eingeklemmt unglaublich heiß wird, und bei Muskelkrämpfen helfen soll. Wir haben ziemlich viele riesige Ameisen und Termitennester hoch an Bäumen gesehen, damit sie vor dem Wasser geschützt sind. Wir haben Termiten als natürlichen Mückenschutz in unseren Händen zerrieben und die beiden Australier haben sich von Feuerameisen stechen lassen (freiwillig).

Den Weg durch den Dschungel hat uns John mit einer Machete freigeschnitten

Am Nachmittag waren wir dann Piranhas fischen. Ich fand es wirklich beeindruckend was für einen Irrglauben wir alle gegenüber Piranhas haben. Denn anders als im Film kommen die nicht sofort angesprungen, wenn man ein Körperteil ins Wasser steckt, sondern sind ausschließlich Aasfresser. Unser Fischfang war nicht sehr erfolgreich, wir hatten am Ende eine Sardine, einen Piranha und zwei Katzenfische, was Frane und ich jetzt auch nicht so schlimm fanden. Am Abend waren wir dann wieder im Dschungel unterwegs, dieses mal an einem anderen Ort, wo es Alligatoren und Anakondas geben sollte. Eine Anakonda haben wir nicht gefunden, dafür aber einen Babyalligator und eine Babyschlange.

Baby Alligator, der später etwa 8 Meter lang wird

An unserem dritten Tag sind wir vormittags zu den Teufelssee gefahren. Das ist ein See der komplett schwarzes Wasser hat, die Farbe entsteht durch die Verwesung der dort wachsenden Pflanzen. Früher gab es dort viele Anakondas weswegen der See den Namen Teufelssee bekommen hat, heute ist das aber nicht mehr so, weswegen wir dort schwimmen waren.

Die Wasserfarbe des Amazonas war mal blau, mal braun und dann schwarz

Am Nachmittag besuchten wir eines der größten Dörfer der Gegend, dass sogar eine Schule hat. Im gesamten Amazonas gibt es kein Internet und Empfang und in diesem Dorf gibt es jeden Tag etwa drei Stunde durch eine Antenne Empfang. Da es daher auch kein Fernsehen gibt, haben fast alle Kinder des Dorfes draußen zusammen gespielt und wie überall, gab es auch hier das obligatorische Fußballfeld (in Südamerika sind die Menschen wirklich große Fußballfans, wer nicht mitspielt schaut zu und gefühlt jedes kleine Dorf und jede Unterkunft hat ein eigenes Feld auf dem fast täglich gespielt wird). Gegenüber des Dorfes wohnt eine Familie die vor Jahren ein Faultier aus den Fluten gerettet hat, das jetzt nicht mehr von ihnen weg will, da es dort Futter bekommt. Da die Faultiere (inzwischen haben sie drei) frei im Haus herumlaufen, durften wir sie alle einmal halten. Es ist wirklich witzig zu sehen, dass die Tiere in echt genauso langsam sind, wie man immer dachte.

Definitiv eines meiner Highlights ein Faultier aus der Nähe zu sehen

Der nächste Tag war schon unser letzter im Dschungel und wir konnten es alle kaum glauben, dass wir schon wieder zurück in die Stadt mussten. Der Dschungel war ein Ort der absoluten Ruhe, man hörte den ganzen Tag nichts anderes als die Geräusche der Vögel und anderen Tiere und auch abends war es unglaublich entspannend zu den Geräuschen des Dschungels einzuschlafen. Zurück nach Iquitos zu gehen, war daher absolut stressig, da die Stadt einen sofort mit ihrer schlechten Luft und dem Lärm begrüßte. Bevor wir aber wieder zurück in die Stadt fuhren, waren wir noch beim größten Baum in der Gegend, der wirklich riesig war. Danach waren wir noch bei Mangrovenbäumen, auf die man super klettern und ins Wasser springen konnte. Wäre ich ein Kind im Amazonas würde ich meinen ganzen Tag dort verbringen.

Der größte Baum in diesem Gebiet des Amazonas

Die vier Tage im Amazonas waren ein absolutes Highlight. Wir hatten beide nie wirklich viel darüber nachgedacht, dass es in Südamerika den Amazonas gab und beide nie in Betracht gezogen dort hinzugehen. Umso mehr sind wir dankbar, dass meine Mitbewohnerin uns vorgeschlagen hatte von dort nach Kolumbien zu fahren. Der Amazonas war eine einmalige, unglaublich spannenden und interessante Erfahrung. Wir haben so viele Tiere gesehen, waren im Amazonas baden und haben im Dschungel gelebt, Erfahrungen die man nur dort machen kann und die einfach nur beeindruckend und so anders wir alles andere waren.

Der Mangrovenwald oder das Kletterparadies

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