Patagonien, das Ende der Welt. So weit im Süden war ich noch nie und werde es wahrscheinlich auch nie wieder sein. Patagonien, der Beginn unserer Reise. Einen besseren hätten wir uns kaum suchen können. Nachdem Frane und ich einige Tage in Santiago verbracht haben, sind wir dann am 19. Dezember nach Patagonien aufgebrochen. Eigentlich war der Plan, dass wir hin fliegen und zurück Bus fahren würden. Wir hatten extra im Internet nachgeschaut wann der Bus fahren würde und haben dann entsprechend geplant. Womit wir nicht geplant hatten, war dass die Informationen im Internet nicht richtig waren. Dementsprechend mussten wir leider vor Ort noch einen Flug zurück nach Santiago buchen, schließlich wollten wir für Silvester wieder in Santiago sein.
Nach diesem ersten Rückschlag ging unsere Reise in Patagonien dann richtig los und zum ersten Mal fühlte ich mich in Chile wie ein Tourist, und gleichzeitig auch noch viel zu jung. In Patagonien waren die meisten Menschen die wir trafen, selbst in den Hosteln zumindest 5- 10 Jahre älter als wir. Was vermutlich kein Wunder ist, schließlich ist Patagonien nicht gerade dafür bekannt günstig zu sein.
Puerto Natales 2019
Unsere Reise begann in Puerto Natales wo wir am ersten Tag die Stadt anschauten. Sehr klein, aber mit viel Charme und die Küste war sehr schön, alles sehr ruhig. Die meisten Menschen sind nur hier um sich für Torres del Paine auszurüsten, genauso wie wir. Denn am nächsten Tag ging es dann für den Tag in den berühmtesten Nationalparks Patagoniens – Torres del Paine. Wir waren leider nur einen Tag da, weil wir nicht viel Zeit hatten und auch nicht das nötige Equipment, aber für den Tag hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben die bekannteste Tagestour – Mirador Los Torres- gemacht. Die Wanderung war insgesamt etwa 7 Stunden lang, teilweise sehr anstrengend, aber für den Blick auf die drei Türme, definitiv jede Anstrengung wert!
Torres del Paine – Aussicht auf die drei Türme
Nach unserem Tag in Torres del Paine ging es dann weiter in den argentinischen Teil Patagoniens. Nach einer langen Busfahrt über die Grenze und El Calafate, kamen wir dann abends in El Chalten an. El Chalten war definitiv mein Highlight der Reise, eine sehr kleine, sehr unterschätzte Stadt. Zum einen war das Hostel in dem wir schliefen, wirklich schön und gemütlich, zum anderen war die Stadt super klein und am Ende der Stadt fingen bereits all die Wanderwege an. Da gab es auch eine super Auswahl an kurzen und langen Wanderungen die man machen konnte. Leider hat das Wetter nur nicht so ganz mitgespielt. Da es an unserem ersten ganzen Tag dort fast den ganzen Tag geregnet hat, haben wir den Großteil des Tages mit Lesen und in einem Café verbracht, erst am späten Nachmittag konnten wir dann doch noch eine zwei Stunden Wanderung zu einem Wasserfall machen. Am nächsten Tag aber, bevor wir weiter nach El Calafate gefahren sind, haben wir dann noch die sieben Stunden Wanderung zu der Laguna de los Tres gemacht. Eine super schöne Wanderung, bei der man die ganze Zeit Aussicht auf das Tal und auf den Fitz Roy hatte. Nur die letzte Stunde war eine ziemliche Kletterpartie durch ein Flussbett, aber auch hier hat es sich für die Sicht definitiv gelohnt.
Wasserfall bei El ChalténLaguna de los Tres 2019
Nach El Chalten ging es dann am 23. Dezember zu unserer letzten Station, El Calafate. Die Stadt war nicht sehr besonders, relativ groß im Vergleich zu Puerto Natales und El Chalten. Dort konnte man auch nicht so viel machen, außer Ausflüge, die man aber alle mit Touren buchen musste. Wir sind deswegen nur zum absoluten Highlight gefahren, der Gletscher Perito Moreno. Er ist einer der einzigen Gletscher die momentan noch relativ gleich in ihrer Größe bleiben, und er ist der größte Gletscher der südlichen Hemisphäre und sehr beeindruckend! Vor Ort gab es viele Wanderwege um den Gletscher aus verschiedenen Winkeln anzusehen und es war immer wieder beeindruckend zu sehen wie groß der Gletscher wirklich ist. Man hat auch die ganze Zeit gehört wie das Eis bricht, was sich jedes mal wie ein Kanonenschuss angehört hat. Perito Moreno war auf jeden Fall auch eines der Highlights in Patagonien.
Perito Moreno 2019
Den 25. Dezember haben wir dann gemütlich in unserem Airbnb in El Calafate verbracht, mit einer wunderbaren Aussicht auf die Lagune. Am nächsten Tag sind wir dann zurück nach Puerto Natales und Chile gefahren um dort dann am nächsten Tag nach Santiago zurückzufahren.
Das Ende unserer Reise ist gekommen. Wir können es beide kaum glauben, dass es jetzt vorbei ist. Die Zeit ist teilweise so langsam vergangen und jetzt ging doch alles so schnell. Während ich das schreibe ist Frane bereits im Flugzeug nach Madrid und wenn ihr das lest sind wir beide hoffentlich gut in Deutschland angekommen. Aber bevor wir zum Ende kommen, waren wir noch einen Tag in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens. Gemacht haben wir allerdings nicht viel, wir sind über Nacht mit dem Bus gefahren und waren daher beide ziemlich müde, trotzdem haben wir uns zu einer Free Walking Tour überredet, die vor allem für mich ziemlich interessant war, Frane hatte sie bereits bei seinem letzten Besuch gemacht, aber auch er bekam zumindest ein paar neue Orte zu sehen. Außer der Tour waren wir tatsächlich nur in einem Café und haben noch letzte Besorgungen gemacht und den letzten gemeinsamen Tag genossen.
Auch in Bogota gibt es viele Graffitis (witzige Story tatsächlich verdanken dass die Menschen hier Justin Bieber)
Nachdem ich Frane zum Bus zum Flughafen gebracht hatte, hatte ich noch einen gesamten Tag in Bogota vor mir, da mein Flug erst 12 Stunden nach seinem ging. So begann ich den Tag mit einer weiteren Free Walking Tour, dieses mal ging es aber um das Thema Krieg und Frieden und die Geschichte Kolumbiens, was ziemlich spannend war. Kolumbiens junge Geschichte ist sehr ereignisreich und das Land ist immer noch im Umbruch und versucht seine Gewalttaten durch Paramilitares, dem Militär und der Guerilla zu verarbeiten. Ein Prozess der sehr schwierig und langfristig ist, der aber durch verschiedene Parteien, dieses mal die Regierung, zum stoppen gebracht wird. Nach der Tour war ich durch die Informationen ziemlich erschlagen und machte nur noch einen kurzen Halt im Museum Boteros und der Museum des Goldes.
Botero hat einen Teil seiner Werke und seinen Besitz an Werken anderer Künstler gespendet um ein kostenloses Museum zu errichten
Nun sitze ich hier und schreibe den Blogeintrag bevor auch ich mich auf den Weg zum Flughafen machen werde. Zweieinhalb Monate waren wir unterwegs und in drei, bzw. vier Ländern wenn man den argentinischen Teil Patagoniens mitzählt. Der Beginn der Reise kommt mir wie eine Ewigkeit vor, ich kann mich schon kaum noch an Patagonien erinnern, da seitdem so viele neue Erinnerungen dazugekommen sind. Uns wurde immer wieder die Frage gestellt, welches der drei Länder wir am besten fanden und um ehrlich zu sein ist diese Frage unmöglich zu beantworten. Alle drei Länder waren unglaublich unterschiedlich, sowohl von der Landschaft als auch von den Menschen und den Kulturen, etwas was ich vor dieser Reise niemals erwartet hätte. Da alle drei so unterschiedlich sind kann man sie kaum vergleichen, was ich, denke ich, ich für uns beide sagen kann ist das wir in Kolumbien vor allem die Menschen mochten, die sich unglaublich über Touristen freuen, und immer nett und hilfsbereit sind, dass wir in Peru vor allem die Landschaft mochten, die vom Machu Picchu bis zum Amazonas so unglaublich vielreich und beeindruckend war. Und Chile. Ja Chile ist zumindest für mich sowieso mit keinem Land vergleichbar. Da ich dort längere Zeit gelebt habe und so die Kultur und die Menschen auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt habe, als man es auf Reisen kann, wird dieses Land immer etwas anderes für mich bedeuten, vor allem da ich die Proteste miterlebt habe. Aber auch landschaftlich war das Land beeindruckend und unterschiedlich und wenn Frane und ich über unsere Highlights geredet haben, war die Atacama Wüste immer dabei. Ich denke am meisten beeindruckt hat uns der Amazonas, einfach schon weil es so anders ist als alles was wir kennen, und der Wald und seine Tier- und Pflanzenwelt nur beeindruckend sein können. Die Karibikküste und Cartagena hat mir auch sehr sehr gut gefallen, aber auch Machu Picchu und der Salkantay Trek müssen auf die Liste der Highlights. Man merkt also es ist nicht einfach die Favoriten zu bestimmen und so belass ich es einfach hierbei und jeder kann selbst entscheiden, welche Orte er am schönsten fand, wo man wieder hinmöchte und welche Länder man weiter erkunden möchte.
Medellín war unser letzter Stopp auf dieser Reise bevor es in die Hauptstadt ging um zurück zu fliegen. Medellín ist den meisten vor allem durch eine Person bekannt, die von unserer Führerin Voldemort genannt wurde. Natürlich ist die Rede von Pablo Escobar, dem größten und bekanntesten Drogenhändler, den es in Kolumbien jemals gab. Wie sein Spitzname durch unsere Free Walking Tour Führerin zeigt, ist er im Land alles andere als ein gefeierter Held, wie so oft angenommen wird. Denn Pablo hat Geld an Arme verteilt und Häuser gebaut, allerdings um sein Geld zu waschen, und nicht aus allgemeinnützigen Gründen. Während seiner Zeit in Medellín herrschte Angst, man durfte nicht zu nahe an die Fenster gehen, da ständig Schießereien stattfanden und überall wurden Leichen gefunden. Medellín war eine der gefährlichsten Städte der Welt. Umso beeindruckender ist ihr Wandel.
Statue von Botero
Medellín wurde nach dem Tod von Escobar und durch einen neuen Bürgermeister umstrukturiert und ist jetzt die sicherste Stadt Kolumbiens. Der Bürgermeister ließ Bibliotheken und Schulen in armen Vierteln bauen und versuchte mit Bildung gegen die Kriminalität vorzugehen, mit Erfolg. Heutzutage kann man ohne Bedenken in der Innenstadt umherlaufen, die vor einigen Jahren noch eine der gefährlichsten Gegenden war. Große Plätze die oft für kriminelle Geschäfte genutzt wurden, wurden durch Aktionen wie die von Botero zu beliebten Plätzen. Botero ist einer der bekanntesten zur Zeit lebenden Künstler Kolumbiens, der durch seine unproportionale Kunst bekannt ist. Er kommt aus Medellín und hat der Stadt mehrere Statuen gespendet, die auf einem Platz aufgestellt wurden und so diesen zu einem beliebten Ort in der Stadt machten. Auch sonst hat sich in der Stadt viel getan. Medellín ist die einzige Stadt Kolumbiens, die eine Metro hat, die ziemlich modern und sauber ist. Die Menschen in der Stadt freuen sich unglaublich über den Tourismus und können es teilweise kaum glauben dass inzwischen Menschen freiwillig hier her kommen.
Graffiti in der Comuna 13
Ein anderes Vorzeigeviertel wenn es um die Veränderung der Stadt geht, ist die Kommune 13. Dieser Stadtteil war noch vor wenigen Jahren von den Guerillas besetzt und einer der gefährlichsten Orte der Stadt. Heute wurde ebenfalls durch Bildungseinrichtungen und durch Kunst das Viertel zu einem neuen gemacht. Im Viertel sind überall Graffitis zu sehen, die von bekannten Künstlern und Menschen aus dem Viertel gemalt wurden. Die Kommune liegt an einem Berg und wurde mit Rolltreppen ausgestattet, denn vorher hat es etwa eine Stunde gebraucht aus der Stadt nach oben zu gelangen. Durch die Kunst und die Rolltreppen soll das Viertel attraktiver gemacht werden.
Medellín war eine ziemlich schöne Großstadt. Die Stadt hat in der Innenstadt einige schöne Parks und viel zu bieten mit Museen, Theatern und viel Natur um die Stadt herum. Eine der schönsten Gegenden zwei Stunden entfernt von der Stadt und ein beliebtes Wochenendziel ist Guatapé. So sind auch wir für einen Tag in die Region gefahren. Guatape liegt an einem riesigen Stausee von dem man nicht glauben kann, das er künstlich angelegt wurde und 30% des Stroms Kolumbiens erzeugt. Der See ist riesig und bietet viele Möglichkeiten um zu schwimmen, zu segeln oder Jetski zu fahren. Überall gibt es kleine Buchten an denen Hotels gebaut wurden und von Guatape aus kann man viele Touren unternehmen, bei denen man unter anderem auch eine versunkene Stadt und ein zerbombtes Haus von Escobar sehen kann.
Der Stausee
In der Nähe der Stadt gibt es ein weiteres Highlight, ein großer Stein der durch ein Erdbeben entstanden ist. Auf den Stein kann man dank 700 Stufen nach oben laufen und die Gegend betrachten, was ziemlich eindrucksvoll ist, da man so eine großen Teil des Sees sehen kann.
Straße in Guatape
Die Stadt Guatape ist ziemlich klein aber unglaublich bunt. Jedes Haus ist in mehreren Farben gestrichen und hat eine Borde die mit einem speziellen Bild bemalt ist, dem Wappen der jeweiligen Familie. Eine Tradition die es nur in Guatape gibt. Die Stadt ist ziemlich touristisch jedes zweite Haus war ein Souvenirladen, aber für einen Tag hat es sich gelohnt herzukommen und so war Guatape ein schöner letzter Ausflug bevor es für uns in den Bus nach Bogota ging.
In Barranquilla gibt es den zweitgrößten Karneval der Welt, nach Rio de Janeiro. Natürlich konnten wir uns das nicht entgehen lassen, vor allem wenn wir sowieso zu dieser Zeit in der Nähe waren. Was wir allerdings schnell bemerkten war, dass es wirklich ein großer Karneval war, denn eine Unterkunft zu finden war nahezu unmöglich, alles war bereits ausgebucht. Wir hatten zu spät davon erfahren, die meisten Menschen buchen ihren Trip hierher mindestens 3 Monate im voraus.
Die Verkleidungen in der Parade waren unglaublich unterschiedlich aber alle so beeindruckend
Wir bemerkten auch schnell, dass der Karneval erst so richtig in unserer letzten Woche in Kolumbien anfing. Da wir aber unbedingt noch nach Medellín wollten, blieb uns nicht viel Zeit übrig, weswegen wir uns dazu entschieden nur für einen Tag nach Barranquilla zu gehen. Am Samstag war der offizielle Beginn des Karnevals mit einer riesigen Parade, dem Batalla de Flores. Durch einen Freund einer Freundin bekamen wir Stühle reserviert und so machten wir uns zwei Stunden vor dem Beginn der Parade auf den Weg, da uns bereits gesagt wurde, dass alles voll sein würde. Die Parade fand auf einer großen Straße am Ende der Stadt statt. Die Straße ging mehrere Kilometer und die Seiten waren mit Gittern abgesperrt und auf einer Straßenseite standen mehrere Tribünen, die sogenannten Logen für die man Monate vorher das Ticket kaufen muss. Auf der anderen Seite der Straße und zwischen den Tribünen, gab es aber Menschen die Plastikstühle aufgestellt hatten und diese vermieteten. So bekamen wir zwei Plätze in der ersten Reihe und konnten das Spektakel gut sehen.
Ein Beispiel für die vielen geschmückten Wagen
Die Parade begann um 12 Uhr und ging bis 18 Uhr. Das heißt, dass sechs Stunden lang ohne Pausen Menschen in Kostümen an uns vorbeiliefen, tanzten und sich präsentierten. Die Menschengruppen wurden immer wieder von großen Trucks unterbrochen, auf denen bunt geschmückte Bühnen aufgebaut wurden, von denen „berühmte“ Persönlichkeiten winkten (die meisten waren ehemaligen Karnevalsköniginnen der Stadt, Schauspieler und Models aus der Gegend). Dabei wurde immer noch Musik live oder aus riesigen Boxen gespielt.
Tanzgruppe
Das Ganze war einfach nur verrückt. Es waren so unglaublich viele Menschen, die in den verschiedenen Gruppen tanzten, alle Altersstufen waren vertreten, und zwar wirklich alle. Wir haben alte Männer gesehen, die wirkten als könnten sie den Weg kaum noch laufen und Mütter die ihren Kinderwagen vor sich herschoben, während sie mit ihrer Gruppe mitliefen. Der Weg der Parade war mehrere Kilometer lang und die meiste Zeit prallte die Sonne nur so auf die Tänzer, weswegen viele Gruppen hinter sich einige Lastfahrräder oder Golfcards hatten auf denen sich erschöpfte Tänzer ausruhen konnten. Obwohl die Parade sechs Stunden ging, hatte man nie das Gefühlt das sich ein Kostüm wiederholt, alle Gruppen waren unterschiedlich angezogen und ständig entdeckte man etwas vollkommenes neues, das man sich nicht hätte ausdenken können.
Im Hintergrund kann man eine der Tribünen sehen
Die Parade war für uns beide auf jeden Fall eine super verrückte und spannende Erfahrung. Es hat so viel Spaß gemacht, den Leuten zuzusehen auch wenn die Sonne teilweise echt heiß war. Wir wären gerne länger dagewesen um die Partys am Abend mitzuerleben und auch die anderen Veranstaltungen zu sehen und wie sehr sie sich von der Parade unterscheiden. Der Karneval war es aber definitiv wert, auch nur für einen Tag nach Barranquilla zu kommen.
Cartagena oder auch die touristischste Stadt Kolumbiens. Weshalb? Wegen ihres wunderschönen alten Stadtzentrums, ihrer Geschichte und den vielen karibischen Inseln in der Nähe. Aber fangen wir eins nach dem anderen an. In Cartagena waren wir insgesamt eine Woche. Angekommen sind wir perfekt zum Sonnenuntergang und konnten schon von Weitem die vielen Menschen auf der Mauer sehen, wie sie die Sonne über dem Meer untergehen sahen. Der Sonnenuntergang war wirklich jeden Tag ein wunderbares Spektakel. Das alte Stadtzentrum ist von der alten Mauer umschlossen und besteht aus vielen kleinen Straßen, die zum Teil für den Verkehr gesperrt sind. Wir hatten das Glück, das sich unser Hostel genau in der Mitte des Zentrums befand, und wir so nur vor die Tür treten mussten, um am schönsten Teil der Stadt zu sein. Die Häuser im Zentrum sind alle relativ alt, meist zweistöckig und mit Balkonen, alle Wände sind bunt angemalt und die Balkone meistens mit Blumen beschmückt. Ab und zu sieht man dann auch noch eine Kirche, von der es wie immer einige gab, unter ihnen auch eine riesige Kathedrale mit mehreren Türmen, die trotzdem perfekt ins Stadtbild gepasst hat.
Schlendern durch die Straßen der Altstadt
Die ersten beiden Tage haben wir damit verbracht durch die Stadt zu bummeln, Straßen zu erkunden und mehr über die Geschichte der Stadt zu lernen. Cartagena wurde von den Spanien als wichtigster Hafen der Karibik gebaut und genutzt und hat daher auch eine Festung. Denn da Cartagena sehr reich war, hatte es große Probleme mit Piraten aus England und Frankreich. Die Stadt wurde drei oder vier mal erfolgreich angegriffen und verlor nach dem letzten Angriff an Bedeutung. Auf den Inseln vor der Stadt gibt es einige, die dafür bekannt sind, dass Piraten auf ihnen gehaust haben, um von dort Schiffe die nach Cartagena fuhren zu überfallen. Es war schon wirklich verrückt an diesen Inseln vorbeizufahren und sich vorzustellen, dass es vor einigen Jahrhunderten eventuell so aussah wie in Fluch der Karibik.
Eine der bekanntesten Straßen Cartagenas, da dort Schirme aufgespannt wurden um Geld für die Straße zu sammeln
Am Abend des zweiten Tages trafen wir uns noch mit Juan, einem Freund von Frane, bei dem er das letzte Mal in Cartagena geschlafen hatte. Der konnte uns nochmal einige andere Ecken der Stadt zeigen und so entdeckten wir ein Einkaufszentrum, dass von außen absolut unscheinbar aussah, aber innen einen riesigen Runden Saal mit mehreren Stockwerken und Tribünen hatten, in denen es jeden Tag Wasserspiele gibt und wo Events stattfinden.
Das Einkaufszentrum mit Wassershow
An den letzten drei Tagen in Cartagena machten wir Tagesausflüge. So ging es für den ersten zu den Salinas. Einem Salzsee der durch Algen rosa gefärbt wird, was wirklich crazy aussieht. Danach ging es dann weiter zu einem Vulkanbad. Ein Becken in der Nähe eines Vulkanes, das gefüllt mit Schlamm des Vulkans war, der gut für die Haut sein soll. Nachdem wir dort eine halbe Stunde mit unserer Gruppe angestanden hatten und einen Amerikaner-Kolumbianer kennenlernten, der hier gerade als Musiker anfängt, durften auch wir dann baden gehen. Im Schlamm zu sein, war ein super komisches Gefühl. Man hatte nur wenig Kontrolle über seine Körperteile, da es im Schlamm durch seine Konsistenz schwierig war sich zu bewegen. Trotzdem, bzw. deswegen war es ziemlich witzig dort zu baden und sich mit Schlamm einzureiben. Nach dem Schlammbad ging es dann noch für eine Stunde an den Strand, bevor wir in die Stadt zurückkehrten.
Las Salinas
Der zweite Ausflug war für uns ein Strandtag. Wir fuhren für den Tag an den Playa Tranquilo, ein Teilabschnitt des Playa Blanca, der auf der Halbinsel Baru eine Stunde von Cartagena entfernt ist. Der Strand war einfach nur wunderschön und ganz genau so wie man sich die Karibik vorstellt. Türkisblaues Wasser is zum Horizont und super feiner weißer Sand, ein Traum. So verbrachten wir den Tag damit zu schwimmen, uns zu sonnen, zu essen und Fotos zu machen, da wir beide kaum glauben konnten wirklich hier zu sein.
Playa Tranquilo oder auch der Karibiktraum
Am nächsten Tag setzten wir dem Ganzen aber dann noch einen drauf. Denn wir fuhren zum selben Strand, machten dann aber von dort aus eine Bootstour zu den Karibischen Inseln in der Nähe. So ging es erst eine halbe Stunde über das blaue Meer zum Beginn der Inselgruppe Rosario, wo wir dann erstmal im größten Korallenriff Südamerikas schnorcheln gingen. Das war wirklich wunderschön! Die Korallen waren teilweise riesig, wir schwammen abwechselnd nur eine handbreite über ihnen, um dann in ein paar Metern zu sehen, dass hier der Meeresboden mehrere Meter unter uns war und am Abhang tausende Korallen in gelb und braun waren und bunte Fische aller Größen herumschwammen. Leider sind die Bilder hier wieder auf meiner anderen Kamera, weswegen ich sie nicht teilen kann.
Au geht’s zur Bootstour – wie immer waren Schwimmwesten verpflichtend
Nach dem Schnorcheln ging es dann zu einem Schrimps Cocktail – und für uns Bananenchips – zu einer weiteren Insel. Diese Bestand nur aus Ständen die Essen und Getränke anboten, um die Insel herum waren im hüfthohem Wasser kleine Hütten aufgebaut unter denen wir im Wasser standen und unsere Chips genossen, während um uns herum Partyboote ankamen, die den ganzen Tag an der Insel verbrachten und jeder wie wild Bilder machte um diese Erlebnisse festzuhalten.
Im Hintergrund unsere Hütte, im Vordergrund Frane der das Ganze ziemlich cool fand
Nach diesem kleinen Snack ging es dann zur Isla Agua Azul, die ihrem Namen alle Ehre machte. Dort fanden wir den schönsten Strand den wir bisher gesehen hatten. Wunderschönes türkises Wasser und weißer, feiner Sand. Natürlich haben wir die gesamte Zeit dort damit verbracht im Wasser zu schwimmen und uns immer wieder zu fragen, ob wir hier wirklich gerade waren.
Den Abend und gleichzeitig unsere Zeit in Cartagena ließen wir dann mit der letzten großen Aktivität ausklingen. Wir entspannten uns am Playa Tranquilo und warteten gleichzeitig darauf, dass die Sonne unterging. Denn jetzt würden wir mit Plankton schwimmen gehen, und zwar mit leuchtenden. So ging es dann sofort nach Sonnenuntergang in kleinen Booten, nur mit Taschenlampen als Scheinwerfer bewaffnet, zu einer kleinen Bucht in der diese Plankton lebten. Es gibt insgesamt etwa 70 Orte auf dieser Welt an der Leuchtplankton leben. Je nach Wassertemperatur haben diese dann unterschiedliche Farben, in kaltem Wasser rosa, in warmen grün/bläulich. Das Wasser in der Karibik ist sehr warm, da die Sonne untergegangen war, wurde es schnell kälter und so war das Wasser tatsächlich wärmer als die Luft. Mit den Plankton zu schwimmen war ziemlich witzig. Man kann das Leuchten nur im Wasser sehen wenn man sich bewegt. Das Wasser hinter unseren Motorbooten blieb schwarz, aber sobald wir unsere Hände oder Füße im Wasser bewegten, entstand ein mattes grünes Leuchten um uns herum, was schon ziemlich cool war. Die Tourguides hatten professionelle Kameras dabei, mit denen Bilder gemacht werden konnten, auf denen das Leuchten sehr gut zu sehen war, allerdings waren uns die Bilder zu teuer. Wir nutzten die Zeit lieber dazu, mit unseren Händen Kreise im Wasser zu ziehen und uns auf dem Rücken treiben zu lassen und die Sterne anzuschauen, was für ein perfekter letzter Abend an der Karibik.
Nach Cucuta ging es für uns endlich an die Karibik. Auf Sand, Sonne und Meer hatten wir uns schon seit langem gefreut. Was für einen besseren Weg gibt es, diese Reise ausklingen zu lassen? Der erste Stopp an der Karibik war ein kleines Dorf in der Nähe von Santa Marta. Hier in Taganga gab es nichts, ein paar Straßen mit Straßenständen und Restaurants und in der Nähe einen Nationalpark mit wunderschönen Stränden. Zu unserem Pech war der aber genau im Februar für einen Monat gesperrt. Der Nationalpark wird anscheinend von indigenen Völkern betrieben, die in diesem Gebiet immer noch leben und daher einen Monat Ruhe vor den Touristen haben wollen. Verständlich, aber für uns sehr schade, so konnten wir nur zu den zwei Stränden direkt bei Taganga gehen. Der eine war Playa Grande, ein großer Strand, wo viele Menschen, Restaurants und Boote sind, wo man aber gut schwimmen kann. Der andere Strand hieß Sisihuaka, der war um einiges kleiner, dafür konnte man da unglaublich gut schnorcheln.
Playa Grande
So haben wir unsere zwei Tage damit verbracht, mit dem Boot zum Strand zu fahren, erst ein bisschen zu schnorcheln und dann an den großen Strand zu gehen um zu lesen und uns zu bräunen. Das Schnorcheln war wirklich beeindruckend. Neben unzähligen Korallen, gab es alle möglichen Fische, in allen Farben und Größen. Teilweise sind die Fische sogar direkt vor unserer Nase geschwommen, eine Fischart hatte lange Säbel und ist direkt unter der Wasseroberfläche geschwommen, weswegen wir sie im ersten Moment gar nicht wahrgenommen haben. Leider sind die Fotos die wir im Wasser gemacht haben, auf meiner Unterwasserkamera, für die ich das Lesegerät nicht dabei habe, weswegen ich leider keine Millionen Bilder von Fischen posten kann.
Sisihuaka Playa
So haben wir in den zweieinhalb Tagen in Taganga nicht viel gemacht. Wir waren ganz viel essen, unter anderem in einer super leckeren Eisdiele mit Waffeln und einem wunderschönen Mexikaner am Strand, was abends vor allem wunderschön war. Sonst lagen wir hauptsächlich am Strand und sind baden gegangen. Taganga war ein Ort der absoluten Ruhe und des Strandurlaubs, was wir nach zwei vollen Tagen in Cucuta auch sehr angenehm fanden.
Essen am Strand
Noch eine Funny Story am Rande: Aus irgendeinem Grund, den wir beide leider nicht herausgefunden haben, ist jeden Tag, abends, um die selbe Stunde der Strom ausgefallen. Alle drei Tage an denen wir da waren, es war jedes Mal auch nur für etwa eine halbe Stunde, aber schon sehr witzig, das es so normal war.
Auf unserem Flug von Bogota nach Leticia haben wir es schon gemerkt, Cúcuta ist keine Touristenstadt. Der einzige Grund weswegen wir hergekommen sind, war um Franes Gastfamilie zu besuchen, bei der er gewohnt hat, als er sein Freiwilligenprojekt in Kolumbien gemacht hat. Die Mutter und Tochter und auch die Freunde von Frane haben sich alle schon sehr darauf gefreut, dass er wieder kommen würde. Und so waren wir beide auch voller Vorfreude als wir ankamen. Frane, weil er alle seine Freunde wieder sehen würde und alte Erinnerungen auffrischen konnte und ich, weil ich endlich den Ort und die Menschen kennenlernen würde, von denen Frane mir seit einem Jahr erzählt. Wir wurden am Flughafen von Laura abgeholt und bei ihr zuhause auch von ihrer Mutter, der Katze und den beiden Hunden herzlich begrüßt. Da es bereits spät abends war, gingen wir relativ bald schlafen, denn die beiden nächsten Tage waren vollgepackt.
Pastelles de Garbanzo
Am nächsten Vormittag trafen wir uns mit Daniel, einem guten Freund von Frane, der sich wie Laura und ihre Mutter sichtbar darüber freute, dass Frane zwar nicht besser spanisch konnte, jetzt aber einen „Transductor“ dabei hatte, wie er jedem stolz erzählte. Am Nachmittag ging es dann mit Laura kurz ins Krankenhaus um Franes Finger wieder zu röntgen und dann in die Mall und Pastelles de Gabanzo essen, das sind kleine Teigtaschen gefüllt mit einem Brei aus Kichererbsen, die Frane über alles liebt. Am Abend haben wir uns dann mit Lauras Mutter getroffen und sind auf den Aussichtspunkt der Stadt gegangen, eine riesige Jesusstatue die in verschiedenen Farben angestrahlt wird.
Die Jesusstatue
Am nächsten Tag ging es dann vormittags wieder in die Mall um bei einem Fruchtsaft noch einmal mit Daniel und einer weiteren Freundin von Frane zu quatschen. Danach ging es dann zur Casa de Santander. Santander gilt als der Befreier Kolumbiens von den Spaniern. Er stammt aus Cúcuta und in seinem damaligen Haus ist jetzt ein Museum dass sich mit ihm als Person und der damaligen Geschichte Kolumbiens beschäftigt. Wir hatten das Glück eine Führung zu bekommen und so wurde uns alles mögliche interessante über Santander und Simon Bolivar (einem der anderen Befreier Südamerikas) erzählt, auch haben wir so erfahren, dass der erste der die Region von Cúcuta entdeckt hat ein Deutscher war. Was auch sehr interessant war, war der Deutsche Reisepass aus Hamburg, den Santander auf seiner Reise durch Europa genutzt hat.
Im Garten des Hauses Santander
Am Abend, bevor wir in den Bus nach Santa Marta gestiegen sind, ging es dann noch kurz zum Ultimate Frisbee Team, das Frane damals mit trainiert hat. Die Freude des Teams und der Trainerinnen Frane wieder zu sehen war sehr groß und so wurde erst eine Fotosession eingelegt und danach noch ein wenig gespielt, bevor wir dann leider los mussten. Die zwei Tage in Cúcuta kamen uns beiden unglaublich kurz vor, da wir die ganze Zeit unterwegs waren um Leute zu treffen und die Stadt zu sehen. Aber ich muss wirklich sagen, dass mir die Stadt sehr gut gefallen hat, die Leute waren alle unglaublich freundlich und Laura und ihre Mutter die liebsten Gastgeber die man sich vorstellen kann. Der Abschied ist daher allen sehr schwer gefallen und Cúcuta wird definitiv wieder ein Stopp, wenn wir wieder nach Südamerika kommen.
Eigentlich wollte ich jetzt darüber schreiben, wie wir drei Tage auf dem Amazonas nach Kolumbien gefahren sind. Leider hat das aber nicht so geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben. Als wir in Iquitos angekommen sind, wurde uns gesagt, dass die Schiffe nach Leticia jeden Tag abfahren, allerdings ist das nicht der Fall. Als wir am Hafen nach einem Schiff gesucht haben, wurde uns gesagt, dass das nächste Schiff erst in drei Wochen fährt. Ob das wirklich stimmt, wissen wir nicht, aber unsere Lust, jeden einzelnen Hafen in der Gegend nach einem Schiff abzuklappern war uns zu anstrengend. Also entschieden wir uns dazu, mit dem Schnellboot zufahren und so sind wir innerhalb von 12 Stunden in Leticia angekommen. Leticia liegt in einem Dreiländereck. So hielt unser Schiff in Peru, und wir mussten mit einem kleinen Boot einmal auf die andere Flussseite wo Kolumbien und Brasilien beginnen. Brasilien und Kolumbien haben an dieser Stelle beide eine Stadt, man kann die Grenze zu Fuß überqueren, da es keine Grenzkontrollen gibt. Für unser neues Visum mussten wir in ein kleines Büro am Hafen wo unser Pass für uns gestempelt wurde, der entspannteste Grenzübergang überhaupt.
Das Dreiländereck bildlich dargestellt
Leticia war ein großer Unterschied zu Iquitos. Die Stadt ist wesentlich kleiner und ruhiger, man wurde nicht an jeder Ecke angesprochen und von Tuk tuk Fahrern belästigt, was wir beide entspannend fanden. Man konnte ohne Probleme auch abends durch die Straßen laufen und so entspannten wir an unserem ersten Tag in Leticia hauptsächlich und gingen abends zum Park um das alltägliche Papageienspektakel zu beobachten. Jeden Abend fliegen tausende Papageien (kleine und grüne, weswegen man sie auf Bildern kaum erkennen kann) zum Park um dort die Nacht zu verbringen. Der Lärmpegel den sie veranstalten ist unglaublich und man sieht alle paar Sekunden einen neuen Schwarm ankommen, was schon sehr beeindruckend ist.
Bienvenido a la Isla de los Micos
Am nächsten Tag ging es dann für einen Tagestrip wieder den Amazonas runter. Das Hauptziel dabei war die Isla de los Micos. Eine kleine Insel auf der eine Spezies von kleinen Affen lebt, die absolut nicht menschenscheu sind. Ganz im Gegenteil, die Affen sind von einer zur anderen Person gesprungen und auf uns herumgeklettert. Das Ganze war im ersten Moment etwas erschreckend, dann aber ziemlich witzig, da teilweise vier oder fünf Affen auf einem saßen. Unglaublich süß waren dabei vor allem die Affenbabys die sich die meiste Zeit an den Rücken ihrer Mütter geklammert haben, während diese wie alle anderen Affen wild hin und her sprangen.
Isla de los Micos 2020
Nach der Insel ging es dann zu einem kleinen indigenen Dorf in dem uns einige traditionelle Tänze vorgeführt wurden und in dem es unglaublich schöne Handwerkskunst gab. Nach einem Mittagessen in einem Reservat mit Seerosen (der Nationalblume Kolumbiens) ging es dann zum eigentlichen Hauptziel des Ausfluges Puerto Nariño. Puerto Nariño ist eine kleine Stadt etwa 65km von Leticia entfernt, die wunderschön ist. Sie hat lauter kleine, süße, von Palmen geschmückte Wege, es gibt dort keine Autos und alles ist sehr ruhig. Direkt vor der Stadt gibt es eine kleine Insel durch die sich ein natürlicher See vor der Stadt bildet. In diesem See gibt es ein pinkes Delfin Reservat. Ja richtig gehört es gibt tatsächlich Delfine die pink sind. Diese Art von Delfinen gibt es nur im Amazonas und sie werden erst im laufe ihres Lebens pink. Das heißt dass die ganz jungen Delfine komplett grau sind und dann mit dem Alter pinker werden. Wir hatten das Glück drei Delfine eine Zeit lang beobachten zu können. Pinke Delfine sind sehr inaktiv weswegen man sie kaum aus dem Wasser springen sieht, und so haben wir auch meistens nur ihre grauen Flossen gesehen, aber ein zwei Mal ist einer von ihnen etwas weiter aus dem Wasser gesprungen und man konnte seinen pinken Bauch sehen, was schon sehr surreal war, dass es wirklich ein natürlicherweise pinkes Lebewesen gibt. Auf jeden Fall war dieser Tagesausflug das perfekte Ende für unseren Amazonastrip. Der Amazonas war definitiv einer unser Favoriten auf dieser Reise! Diese Gegend ist durch ihre vielfältige Flora und Fauna einfach so beeindruckend und wer kann schon sagen, dass er auf dem Amazonas von Peru nach Kolumbien gefahren ist?
Ganz schwach kann man links vor dem Boot die Flosse eines Delfins sehen
Iquitos war vom ersten Moment an eine völlig andere Welt. Laut, überfüllt und auf den Straßen fuhren keine Autos sondern Mopeds und Tuk tuks. Frane fühlte sich sofort an Asien erinnert und auch das Klima erinnerte daran. Es war die gesamte Zeit unglaublich heiß und feucht. Eigentlich ist dort gerade Regenzeit und es sollte jeden Tag eine Stunde in Strömen regnen, in den acht Tagen in denen wir in der Gegend war, haben wir das aber nur einmal mitbekommen. Da die Stadt Iquitos selbst kaum etwas zu bieten hat, haben wir nachdem wir angekommen sind sofort eine Tour durch den Amazonas gebucht. Und so machten wir uns am nächsten Tag auf, die vier nächsten Tage im Dschungel zu verbringen.
Fahrt auf unserem kleinen Boot, dass uns die Tage durch den Dschungel gefahren hat
Unsere Gruppe bestand aus vier Australiern, uns beiden und unserem Tourguide John. Unsere Gruppe war unglaublich cool und so hatten wir die nächsten vier Tage ziemlich viel Spaß. An unserem ersten Tag fuhren wir mit dem Boot durch verschiedene Flussarme um Affen zu sehen. Im Amazonas gibt es ziemlich viele verschiedene Affenarten und einige konnten wir sogar aus der Nähe bestaunen, da diese nicht sehr scheu waren und ziemlich nah ans Boot kamen. Nach dem wir den Affen eine Weile zugeschaut hatten, fuhren wir weiter um eine Runde im Amazonas zu schwimmen, während in der Nähe ein paar Delfine schwammen.
Affen
Am Abend ging es dann zu einem kleinen Rundgang durch den Dschungel um ein paar nachtaktive Tiere zu sehen. Gefunden haben wir vor allem Spinnen und Frösche, was schon ganz spannend war mal von Nahem zu sehen, vor allem haben wir Tarantulas gefunden (große haarige Spinnen), von denen hatten wir auch ein paar in der Unterkunft. Leider wurden wir auch von den Mücken gefunden, in den vier Tagen wurden wir trotz Mückenspray alle unglaublich zerstochen.
Frösche haben wir in allen verschiedenen Größen gesehen, von Fingernagel klein bis Handgroß
Am nächsten Tag ging es dann vormittags in den Dschungel um etwas über die verschiedenen Pflanzen zu lernen und weitere Affen zu sehen. Es ist unglaublich was für eine Vielzahl an Pflanzen der Amazonas zu bieten hat und was für erstaunliche Fähigkeiten diese haben, so gab es beispielsweise einen Baum dessen Rinde zwischen den Armen eingeklemmt unglaublich heiß wird, und bei Muskelkrämpfen helfen soll. Wir haben ziemlich viele riesige Ameisen und Termitennester hoch an Bäumen gesehen, damit sie vor dem Wasser geschützt sind. Wir haben Termiten als natürlichen Mückenschutz in unseren Händen zerrieben und die beiden Australier haben sich von Feuerameisen stechen lassen (freiwillig).
Den Weg durch den Dschungel hat uns John mit einer Machete freigeschnitten
Am Nachmittag waren wir dann Piranhas fischen. Ich fand es wirklich beeindruckend was für einen Irrglauben wir alle gegenüber Piranhas haben. Denn anders als im Film kommen die nicht sofort angesprungen, wenn man ein Körperteil ins Wasser steckt, sondern sind ausschließlich Aasfresser. Unser Fischfang war nicht sehr erfolgreich, wir hatten am Ende eine Sardine, einen Piranha und zwei Katzenfische, was Frane und ich jetzt auch nicht so schlimm fanden. Am Abend waren wir dann wieder im Dschungel unterwegs, dieses mal an einem anderen Ort, wo es Alligatoren und Anakondas geben sollte. Eine Anakonda haben wir nicht gefunden, dafür aber einen Babyalligator und eine Babyschlange.
Baby Alligator, der später etwa 8 Meter lang wird
An unserem dritten Tag sind wir vormittags zu den Teufelssee gefahren. Das ist ein See der komplett schwarzes Wasser hat, die Farbe entsteht durch die Verwesung der dort wachsenden Pflanzen. Früher gab es dort viele Anakondas weswegen der See den Namen Teufelssee bekommen hat, heute ist das aber nicht mehr so, weswegen wir dort schwimmen waren.
Die Wasserfarbe des Amazonas war mal blau, mal braun und dann schwarz
Am Nachmittag besuchten wir eines der größten Dörfer der Gegend, dass sogar eine Schule hat. Im gesamten Amazonas gibt es kein Internet und Empfang und in diesem Dorf gibt es jeden Tag etwa drei Stunde durch eine Antenne Empfang. Da es daher auch kein Fernsehen gibt, haben fast alle Kinder des Dorfes draußen zusammen gespielt und wie überall, gab es auch hier das obligatorische Fußballfeld (in Südamerika sind die Menschen wirklich große Fußballfans, wer nicht mitspielt schaut zu und gefühlt jedes kleine Dorf und jede Unterkunft hat ein eigenes Feld auf dem fast täglich gespielt wird). Gegenüber des Dorfes wohnt eine Familie die vor Jahren ein Faultier aus den Fluten gerettet hat, das jetzt nicht mehr von ihnen weg will, da es dort Futter bekommt. Da die Faultiere (inzwischen haben sie drei) frei im Haus herumlaufen, durften wir sie alle einmal halten. Es ist wirklich witzig zu sehen, dass die Tiere in echt genauso langsam sind, wie man immer dachte.
Definitiv eines meiner Highlights ein Faultier aus der Nähe zu sehen
Der nächste Tag war schon unser letzter im Dschungel und wir konnten es alle kaum glauben, dass wir schon wieder zurück in die Stadt mussten. Der Dschungel war ein Ort der absoluten Ruhe, man hörte den ganzen Tag nichts anderes als die Geräusche der Vögel und anderen Tiere und auch abends war es unglaublich entspannend zu den Geräuschen des Dschungels einzuschlafen. Zurück nach Iquitos zu gehen, war daher absolut stressig, da die Stadt einen sofort mit ihrer schlechten Luft und dem Lärm begrüßte. Bevor wir aber wieder zurück in die Stadt fuhren, waren wir noch beim größten Baum in der Gegend, der wirklich riesig war. Danach waren wir noch bei Mangrovenbäumen, auf die man super klettern und ins Wasser springen konnte. Wäre ich ein Kind im Amazonas würde ich meinen ganzen Tag dort verbringen.
Der größte Baum in diesem Gebiet des Amazonas
Die vier Tage im Amazonas waren ein absolutes Highlight. Wir hatten beide nie wirklich viel darüber nachgedacht, dass es in Südamerika den Amazonas gab und beide nie in Betracht gezogen dort hinzugehen. Umso mehr sind wir dankbar, dass meine Mitbewohnerin uns vorgeschlagen hatte von dort nach Kolumbien zu fahren. Der Amazonas war eine einmalige, unglaublich spannenden und interessante Erfahrung. Wir haben so viele Tiere gesehen, waren im Amazonas baden und haben im Dschungel gelebt, Erfahrungen die man nur dort machen kann und die einfach nur beeindruckend und so anders wir alles andere waren.
Es gibt unzählig viele Wege nach Machu Picchu. Wenn man sich gönnen möchte kann man mit dem Zug fahren, für die mit weniger Geld gibt es einen Bus, es werden Tagestouren angeboten oder man kann eben zu Fuß gehen. Es gibt inzwischen einige Varianten wie man in vier oder fünf Tagen zum Machu Picchu wandern kann, eine davon ist der Salkantay Trek. Er heißt so, da man dabei den Gletscher Salkantay passiert. Er ist die beliebteste Variante nach dem Inka Trail und auch wir haben uns für diese fünf tägige Wanderung entschieden. Da gerade Regenzeit und daher auch Nebensaison ist, ist der Trek nicht so überlaufen wie im Winter, leider hat man aber auch schlechteres Wetter und daher auch eine schlechtere Sicht. Wir waren aber gut vorbereitet und sehr gespannt was uns in den nächsten fünf Tagen erwarten würde.
Aufstieg zur Lagune Humantay
Tag 1 Am ersten Tag wurden wir um 4 Uhr im Hostel abgeholt. Nach einem kleinen Frühstück ging es dann zu unserem Startpunkt der Wanderung. Dort wurden wir in zwei Gruppen von jeweils 16 Personen eingeteilt und durften den Großteil unseres Gepäcks Pferden abgeben. Unsere Gruppe bestand aus einigen Engländern, zwei Chilenen, einem Schweden, zwei Brasilianern, zwei Indern, einer Tschechin und noch einer Deutschen, der Altersunterschied war auch ok, fast jeder war irgendwo in seinen Zwanzigern und wir haben uns alle super verstanden, unsere zwei Guides waren ebenfalls super nett. Der erste Tag war von der Wanderung her der Entspannteste. Wir liefen etwa fünf Stunden zu unserer ersten Unterkunft. Der Weg war ab und an etwas anstrengend, da es steil bergauf ging und wir wandern auf dieser Höhe (3800 Meter) nicht gewohnt waren. Trotzdem kamen wir alle gut gelaunt und nur etwas nass, es hatte die ganze Zeit genieselt aber nicht geregnet, in unserem ersten Camp an und waren von den Zelten gleich positiv überrascht. Denn es waren keine Zelte sondern kleine Holzhütten auf Stäben, die uns in der Nacht gut trocken und warm hielten. Nach dem Mittagessen konnte man freiwillig noch zu einer Lagune in der Nähe laufen. Das war ein einstündiger Aufstieg der gefühlt anstrengender war als die fünf Stunden laufen davor. Aber es hatte sich gelohnt! Die Lagune Humantay sah mit ihrem blauen Wasser unglaublich schön aus, vor allem da man über ihr Gletscher beim schmelzen beobachten konnte. Da wir am nächsten Tag den Salkantay Pass überqueren würden, sind wir alle sehr früh schlafen gegangen, denn um fünf Uhr ging es schon weiter.
Lagune Humantay
Tag 2 Tag zwei war der anstrengendste Tag. Heute hieß es etwa 1000 Meter nach oben gehen um den Salkantay Pass zu überqueren. Um sechs Uhr ging es nach einem kurzen Frühstück los. Etwa fünf Stunden liefen wir nach oben, es nieselte die ganze Zeit, aber zum Glück schüttete es nicht, denn auch so war es eisig kalt. Durch das schlechte Wetter konnten wir die Aussichte leider gar nicht genießen denn alles war von Nebel verhangen. So liefen wir vorbei an Gletschern und Bergspitzen ohne sie bestaunen zu können, auch als wir endlich oben angekommen waren konnte man die anderen Berge kaum erkennen. Auf der Bergspitze erzählte unser Guide uns kurz über die Bedeutung dieses Passes für die Inkas, die hier ein Ritual abhielten und wir spielten das Ritual kurz nach. Das Ritual bestand daraus Koka Blätter in die Luft zu halten in Richtung der vier Berge und sich bei ihnen allen zu bedanken, dann musste man sich etwas wünschen und aus den Steinen, die wir alle den Berg hochtragen mussten, bauten wir einen Steinturm und klemmten die Kokablätter dort ein. Da wir alle unglaublich durchfroren waren, machten wir uns relativ schnell an den Abstieg, viel zu sehen gab es ja auch nicht. Jetzt hieß es drei/vier Stunden nach unten zum Mittagessen. Dort angekommen waren wir alle einfach nur froh drinnen zu sein, denn kaum hatten wir die Hütte betreten fing es an richtig zu schütten. Gut das wir, da wir so schnell gelaufen waren, einige Stunden dort bleiben konnten. Nach dem Mittagessen kamen wir dann relativ bald in die neue Klimazone. Ab jetzt begann der Dschungel und dadurch auch subtropisches Wetter. Was vor einigen Stunden noch kaum vorstellbar war, wurde jetzt zur Realität und jeder zog seine Wintersachen so schnell wie möglich aus. Unsere zweite Unterkunft war ein Hostel, in dem wir alle in Betten mit unglaublich gebogenen Matratzen schliefen. Hier bemerkten wir auch zum ersten Mal den Klimawechsel daran, dass wir alle nachts unglaublich viele Falter und Mücken in unseren Zimmern hatten. Auch hier gingen wir alle früh schlafen, da wir alle von der Wanderung ziemlich erledigt waren und es am nächsten Tag auch um sechs wieder los ging.
Der Abstieg über den Salkantay Pass
Tag 3 Ab heute sollte es wesentlich entspannter werden. Am dritten Tag hatten wir nur eine fünf stündige Wanderung zum Mittagessen vor uns, danach würden wir mit dem Bus weiterfahren. Zuerst verlief unsere Wanderung etwas stockend, denn schon nach einigen Minuten wurden wir am weitergehen gehindert. In der Nacht hatte es durch den Regen einige Erdrutsche gegeben, die jetzt von einem Bagger beseitigt werden mussten, bevor man die Straße wieder nutzen konnte. So mussten wir erst einmal eine halbe Stunde bei den Aufräumarbeiten zuschauen, bevor wir richtig loslaufen konnten. Der Weg verlief die ganze Zeit durch den Dschungel und es wurde schnell unglaublich warm, sodass die meisten nur noch in kurzer Hose und Tshirt weiter liefen. Wir durchquerten einige Flüsse, der Weg war generell ein ewiges hoch und runter, und sahen zum ersten Mal Avocadobäume, Banananenstauden und vieles mehr. An unserem Endpunkt des heutigen Treks wurden wir dann in Minibussen abgeholt und zum Mittagessen gebracht. Dort verabschiedete sich dann ein Teil der Gruppe, der Teil der die Wanderung in nur vier Tagen machen würde. Nach dem Mittagessen sollten wir kurz in unser Camp fahren und dann weiter zu Thermalquellen. Da es auch heute etwas geregnet hatte waren einige Straßen mit Wasser überlaufen, was unseren Fahrer aber kaum störte. Er raste lustig vor sich hin, mit dabei seine Playlist von 2000er Songs. Nach einiger Zeit wurden wir dann aber von einem Baustellenkipper aufgehalten. Der wollte eine Straße nach oben fahren, blieb aber immer im Schlamm stecken. Wir sahen erst ein paar Minuten zu wie das Fahrzeug vergeblich nach oben fahren wollte und stiegen dann aus um mitzuhelfen. Der Kipper wurde jetzt von etwa zwanzig Männern erst nach oben geschoben und als das nicht funktionierte nach oben mit Seilen gezogen. Leider war auch der Versuch vergeblich und das einzige was wir erreichen konnten war, dass die Straße wieder so frei war, dass die wartenden Autos vorbeifahren konnten. So konnten wir dann doch eine halbe Stunde zu spät, kurz unsere Sachen im Camp ablegen und weiter zu den heißen Quellen fahren. Die taten einfach unglaublich gut gegen den Muskelkater und halfen dabei die Laune aller zu heben. Denn abends gab es dann ein Lagerfeuer und eine kleine Feier. Alle tranken und tanzten zusammen mit den Guides bis spät in die Nacht, obwohl wir am nächsten Tag wieder um sechs Uhr aufstehen mussten. Die zweite Nacht war auch die einzige in der wir wirklich in Zelten schliefen, allerdings standen die alle überdacht, damit wir nicht nass werden würden.
Der Dschungel und der Fluss den wir mehrere Male überqueren mussten
Tag 4 Am vierten Tag war wirklich niemand fit um sechs Uhr aufzustehen. Da half auch nicht der Kokatee mit dem wir wie jeden Tag geweckt wurden. So saßen dann alle mit leichten Hangover am Frühstück und mussten sich für eine der drei Optionen entscheiden. Drei Stunden laufen, Bus fahren oder Ziplinen gehen. Wir entschieden uns mit etwa 16 anderen dazu zu laufen. Allerdings bereuten wir das schon nach einiger Zeit. Denn der Weg den wir liefen war eine Schotterstraße in der prallen Sonne, und das drei Stunden lang, übermüdet und einige verkatert. Die Stimmung war dementsprechend schlecht und nur ein Hund der den gesamten Weg mit uns ging konnte uns alle aufheitern. Wir kamen dann ziemlich früh an unserem Mittagessenspot an, die Leute aus dem Bus waren bereits da und jeder fragte sich, wieso wir um sechs hatten aufstehen müssen, nur damit wir jetzt vier Stunden auf das Mittagessen warten konnten. Also nutzen wir alle die Zeit eine Runde zu schlafen, bevor es danach dann drei weitere Stunden nach Agua Calientes ging, dem Dorf von Mach Picchu. Die Strecke war leider auch nicht viel besser. Jetzt ging es drei Stunde lang in der Sonne an Bahngleisen entlang, auf denen ab und an ein Zug vorbei fuhr. Ab hier bemerkten wir dann auch die Sandfliegen, kleine Fliegen die rote Stiche zurücklassen, die zum Glück wenigstens nicht juckten. Als wir in Aguas Calientes ankamen, waren wir alle froh da zu sein. Die letzte Nacht schliefen wir in einem Hotel und gingen davor noch alle zusammen essen. Am nächsten Tag würde es endlich nach Machu Picchu gehen, dafür mussten wir aber um 4:30 aufstehen.
Aufstieg zum Machu Picchu
Tag 5 Endlich war es soweit, der Tag wegen dem wir alle hier waren, war gekommen. Müde liefen wir um 4:30 die halbe Stunde zum Eingang des Machu Picchu. Um auf den Berg zu kommen gab es zwei Optionen: Bus oder eine Stunde Treppen steigen. Wir hatten uns für die 1900 Treppenstufen entschieden und warteten nun bis fünf Uhr um als erstes nach oben zu gehen. Was ich nicht wusste, war das diese 1900 Treppenstufen die absolute Höllenqual waren. Noch nie war ich so erschöpft vom laufen, ich musste gefühlt jede fünf Minuten eine Pause machen, an all den anderen Tagen hatte ich mich nicht so anstrengen müssen und neben mir hüpfte Frane die Treppen fröhlich nach oben und machte Bilder. Wenigstens war ich nicht die einzige die sich sichtbar quälte, fast jeder zweite machte alle paar Minuten Pause, und so konnte ich wenigstens die Aussicht genießen. Am Ende waren wir dann aber doch schneller oben als gedacht und durften nach dem offiziellen Eingang noch ein paar Stufen gehen um endlich Machu Picchu zum ersten Mal zu sehen. Es war genauso beeindruckend wie gedacht.
Etwas verschwitzt waren wir endlich angekommen
An der ersten Aussichtsplattform konnte man die ganze Stadt von oben betrachten. Am Beeindruckendsten war nicht die Stadt an sich, sondern die Umgebung in der sie gebaut war. Unglaublich weit oben und umringt von Bergen. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Die Sonne schien die gesamte Zeit und es gab kaum Nebel der uns die Sicht nahm. Erst wurden unzählig viele Fotos gemacht und dann erzählte uns unser Guide noch die Geschichte der Stadt. Was ich am interessantesten fand war, dass die Stadt von den Inkas verlassen wurde, nachdem die Spanier in Cusco einmarschiert waren. Damit niemand die Stadt finden würde, zerstörte ein Inka jede Brücke und jeden Weg, was der einzige Grund ist, weshalb die Stadt so gut erhalten ist. Die Stadt zu erkunden war ebenfalls sehr spannend. Inzwischen waren allerdings viel mehr Menschen da und wir waren echt froh, dass wir so früh gekommen waren und so eine der Ersten waren, die oben angekommen waren. Nachdem uns erzählt wurde das in der Hochsaison etwa 500 Menschen pro Stunden hierher kommen würden, waren wir doch recht froh, dass wir die gesamte Wanderung in der Nebensaison gemacht haben, denn auch so waren es schon genug Menschen für den engen Raum.
Die Stadt, fast alle Häuser waren von ihrem Grundriss noch völlig erhalten
Durch die Stadt zu laufen war ebenfalls ziemlich beeindruckend. Sich vorzustellen, dass hier Menschen vor mehr als 500 Jahre so etwas aufgebaut hatten und hier gelebt haben, war unvorstellbar. Die Häuser waren alle aus losen Steinen gebaut, die aber so ineinander passten, dass die Konstrukte bis heute halten, und das dann auch noch auf so einer Höhe! Der Ausblick den die Inkas jeden Tag hatten nicht zu vergessen, der war schon atemberaubend.
Ausblick aus einem der Fenster
Nach Machu Picchu ging es dann noch einmal drei Stunden an den Zuggleisen entlang zurück nach Hidroelectrica. Dort wurden wir dann nach einem kurzen Mittagessen in Minibusse gesetzt und durften uns auf eine sechsstündige Busfahrt nach Cusco freuen. Die Busfahrt dauerte so lang, weil Teile der Strecke ziemlich schwer zu fahren sind und man daher langsam fahren muss. Unseren Fahrer interessierte das allerdings wenig. Er fuhr wie ein Verrückter und telefonierte dabei noch. So waren wir alle einfach nur noch froh in Cusco angekommen zu sein. Kaputt von den vielen Tagen wandern wollte jeder nur noch schlafen. Cusco begrüßte uns mit strömendem Regen und so liefen wir ziemlich schnell zu unserem Hostel und der langersehnten Dusche.
Polaroidbilder von Machu Picchu
Im Nachhinein sind wir froh die fünftägige Wanderung gemacht zu haben. Die Wanderung war einfacher als gedacht. Wir hatten beide etwas Bammel davor wie es wohl sein würde fünf Tage am Stück zu laufen, da wir sonst bisher maximal zwei unterwegs gewesen waren. Aber die Wanderung war wirklich machbar, auch der zweite Tag und durch unsere ziemlich coole Gruppe auch wesentlich erträglicher. Das Einzig wirklich schade war, dass wir die meisten Tage eine ziemlich schlechte Sicht hatten und so die Natur kaum genießen konnten, da alles voll mit Neben war. Dabei hatten wir sogar relativ viel Glück mit dem Wetter, denn es hat nie wirklich lang am Stück stark geregnet. Und man muss wirklich sagen, dass in der Nebensaison viel weniger Touristen unterwegs sind, sowohl auf dem Trek als auch in Machu Picchu, was uns beiden sehr gut gefallen hat, dafür haben wir dann das schlechte Wetter doch gerne in Kauf genommen.
Cusco begrüßte uns mit Regen. Und der blieb auch für den Rest unseres Aufenthaltes ein stetiger Begleiter. Hier bemerkten wir zum ersten Mal wirklich, dass wir uns in der Regenzeit befinden, gefallen hat uns die Stadt aber trotzdem. Wir waren zwei Tage in der Stadt um sie zu besichtigen und haben dann mit Ausflügen angefangen, denn um die Stadt gibt es einiges zu sehen. Cusco selbst ist sehr schön, mit vielen alten Häusern und sehr vielen Kirchen. Leider kosten fast alle Kirchen Eintritt, weswegen wir keine besichtigt haben. Die Kathedrale ist am berühmtesten, da sie ein Bild des letzten Abendmales hat, bei dem aber südamerikanisches Essen wie Meerschweinchen gegessen wird. Eines der vielen Zeichen der kulturellen Vermischung die man vor allem in Peru entdecken kann. Außer Kirchen gab es noch einige Märkte auf denen sich Frane einen Poncho gekauft hat und wir super leckeren Fruchtsaft getrunken haben. Das Viertel San Blas hat uns auch sehr gut gefallen. Es ist auf einem Hügel mit sehr vielen kleinen, alten Steingassen und kleinen Läden von Künstlern und vielen Restaurants und Cafes. Dort sind wir dann auch spontan in ein Reisebüro gegangen um uns über Touren zu informieren und der Leiter kam überraschenderweise aus Schwaben, die Welt ist mal wieder so klein.
Touren wollten wir zwei machen: eine zum Rainbowvalley, einem Tal in dem die Berge durch Metalle im Boden farbig sind und den Salkantay Trek nach Machu Picchu. Die Rainbowvalley Tour ist eine Eintagestour, es gibt einen ganz berühmten Spot dafür, der aber von Touristen überfüllt und in der Regenzeit schwer erreichbar sein soll. Daher entschieden wir uns in das etwas weiter weg gelegene Tal zu fahren, indem wesentlich weniger Touristen sind. Im Nachhinein waren wir unglaublich froh, dass die Agentur uns dazu geraten hat. Es hat die ganze Zeit geregnet, aber wir mussten nur kurze Stücke laufen, weswegen es sehr erträglich war.
Wir hatten beide keine großen Erwartungen da wir vorher auf Blogs gelesen hatten, dass die Farben bei schlechtem Wetter kaum zu sehen sind, zum Glück wurden wir beide positiv überrascht. Am Anfang des Tales waren die Berge grün und rot und Farbverläufe waren kaum zu sehen, je weiter wir aber in das Tal liefen, desto bunter und kräftiger wurden die Berge. Das Ganze war sehr beeindruckend zu sehen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch ganz viele Alpakas gesehen und waren wieder peruanisch Mittagessen und ich muss wirklich sagen wir werden hier alle noch Fans von Suppen.